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STI-Test Kosten in Österreich: Was du wirklich zahlst

19.05.2026

STI-Tests in Österreich kosten ab 0 Euro bis über 250 Euro, je nach Weg und Panel. Der HIV-Labortest bei der Aidshilfe Wien ist gratis und anonym, ein HIV-Schnelltest kostet dort 30 Euro, ein PCR-Test 70 Euro. Die Kassenärzt:in rechnet bei klarer Indikation über E-Card ab, ein Privatlabor mit Direktbuchung liegt bei 80 bis 250 Euro je nach Erreger-Bündel, noquestionsasked bei 95 bis 180 Euro für ein vollständiges Standardpaket [1,2,3]. Apotheken-Selbsttests gibt es ab 15 Euro, sind aber für die meisten Erreger nicht der schlauere Weg. Welcher Preis sich rechnet, hängt an drei Dingen: wie viele Erreger gleichzeitig, wie wichtig Anonymität, und wie viel Wartezeit du in Kauf nimmst.

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Warum die Preisspanne so breit ist

Ein STI-Test ist kein einheitliches Produkt. Hinter dem Wort steckt eine Bandbreite, die von einer einzelnen HIV-Bestimmung bis zum kombinierten Panel aus zehn Erregern reicht. Genauso unterschiedlich ist die Versorgungslogik: HIV ist in Österreich politisch entstigmatisiert und wird über den Labortest der Aidshilfe gratis getestet, andere Erreger wie Chlamydien oder Mycoplasma genitalium fallen oft nicht unter Routine-Kassenleistung und werden privat abgerechnet [1,4]. Wer die 80 Euro für ein Privatlabor mit den 0 Euro bei der Hausärzt:in vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen.

Dazu kommt: nicht jeder Anbieter testet jeden Erreger an jedem Probenort. Ein billiges Apotheken-Set für 15 Euro ist meist nur ein HIV-Antikörper-Schnelltest, nicht ein vollständiger STI-Check [2]. Ein 200-Euro-Paket im akkreditierten Labor deckt dafür häufig Chlamydien, Gonorrhoe, Trichomonaden, Mycoplasma genitalium, HIV, Syphilis und Hepatitis ab.

Was kostet welcher Weg in Österreich?

Weg

Was abgedeckt

Preis

Anonym

Befund nach

Aidshilfe HIV-Schnelltest

HIV

30 Euro

ja

30 Minuten vor Ort

Aidshilfe HIV-Labortest

HIV

gratis

ja

1 Woche im Befundgespräch

Aidshilfe HIV PCR-Test

HIV

70 Euro

ja

1 Woche im Befundgespräch

Kassenärzt:in (mit Indikation)

je nach Praxis

0 Euro über E-Card

niedrig

ab 72 Stunden

Privatlabor Direktbuchung

breites Panel

80 bis 250 Euro

mittel

24 bis 72 Stunden

Apotheken-Selbsttest

meist einzelner Erreger

15 bis 40 Euro

hoch

ab 15 Minuten, geringe Aussagekraft

noquestionsasked

breites Panel im Labor

95 bis 180 Euro

hoch

24 bis 72 Stunden

Die Preisspannen sind Stand Mai 2026 und entstammen öffentlich zugänglichen Preislisten der jeweiligen Anbieter [3,4,5]. Vor jeder Buchung lohnt sich ein kurzer Blick auf die aktuelle Preisliste der Anbieterseite.

Aidshilfe Wien (gratis bis 70 Euro)

Die Aidshilfe Wien testet HIV in drei Varianten: Der HIV-Labortest ist gratis, der HIV-Schnelltest kostet 30 Euro, ein PCR-Test auf andere Erreger 70 Euro [3]. Termine werden online vergeben.

Beim Labortest und beim PCR-Test bekommst du den Befund nach rund einer Woche im Rahmen eines persönlichen oder telefonischen Befundgesprächs. Beim Schnelltest hast du das Ergebnis nach rund 30 Minuten vor Ort. Wichtig: ein reaktives (positives) Schnelltest-Ergebnis braucht in jedem Fall eine Bestätigung über den Labortest. Alle Wege bei der Aidshilfe laufen ohne E-Card und ohne Eintrag in die Krankenakte.

Die Aidshilfe ist die richtige Wahl, wenn HIV im Fokus steht oder du eine Beratung zu PEP brauchst. Sie ist weniger gut, wenn du in einem Termin Chlamydien, Gonorrhoe, Mycoplasma genitalium plus Bluttests willst.

Kassenärzt:in und Gynäkolog:in (oft 0 Euro, mit Haken)

Mit E-Card und klarer Indikation ist die Arztleistung in der Regel kostenlos. Hausärzt:innen können HIV und Syphilis anordnen, Gynäkolog:innen zusätzlich vaginale Chlamydien-PCR, Urolog:innen entsprechende Urethralproben. Wichtiger Haken: Chlamydien-Screening bei asymptomatischen Personen ist in Österreich keine routinemäßige Kassenleistung [4]. Heißt: wenn du ohne Symptome zum Test gehst, muss die:der Ärzt:in eine Indikation begründen oder du zahlst selbst. Privatleistung kostet je nach Praxis und Erreger 30 bis 80 Euro pro Test. STI-Kontrollen unter PrEP sind dagegen klar Kassenleistung [1].

Der zweite Haken: die Wartezeit. Termine bei Hausärzt:innen, Gynäkolog:innen und Urolog:innen sind häufig erst nach Tagen oder Wochen verfügbar. Wer schnell Klarheit will, kann sich das selten leisten.

Der dritte Haken: die Krankenakte. Wer aus beruflichen oder persönlichen Gründen keinen Eintrag haben will, hat hier den falschen Weg.

Privatlabor mit Direktbuchung (80 bis 250 Euro)

In Wien bieten mehrere Privatlabore direkte Patient:innen-Testungen ohne Arztzuweisung an. Die Preise variieren stark nach Panel: Einzelne PCR-Tests starten bei 40 bis 60 Euro, ein vollständiges STI-Panel mit zehn Erregern liegt bei 150 bis 250 Euro [5]. Befunde sind digital signiert und für Partner:innen-Kommunikation tauglich. Eigene Anonymität: mittel, dein Name läuft mit, aber keine Krankenkassenabrechnung.

Der Haken vor Ort: bei der Anmeldung musst du am Empfang vor allen anderen Personen im Wartezimmer nennen, welchen Test du genau machen möchtest. Wer Wert auf Diskretion legt, sollte das wissen.

Apotheken-Selbsttests (15 bis 40 Euro)

Im Drogeriemarkt und in der Apotheke findest du HIV-Schnelltests ab 15 Euro, Chlamydien-Selbsttests bis rund 40 Euro [2]. Der Preis ist verlockend, die Aussagekraft begrenzt. Für HIV erreicht ein Antikörper-Schnelltest die volle Sicherheit erst nach zwölf Wochen Inkubationszeit, eine PCR im Labor ist schon ab Tag 18 belastbar [6]. Für Chlamydien gibt es Selbsttest-Kits mit Versandprobe, deren Sensitivität liegt aber unter der von akkreditiertem Labor-NAAT. Wer den Preis spart, riskiert ein falsch beruhigendes Ergebnis. Mehr dazu im Artikel zum Testfenster bei STI.

noquestionsasked (95 bis 180 Euro)

noquestionsasked bündelt einen akkreditierten Labortest in eine Online-Buchung. Du wählst dein Paket (Basic, Smart, Ultimate), gibst die Probe in einem Partnerlabor ab, bekommst den Befund digital. Keine Arzttermine, keine E-Card, kein Empfangswartezimmer mit kreuzenden Bekanntschaften. Der Preis liegt bei 95 bis 180 Euro, je nach Paketumfang [7]. Eingeschlossen sind je nach Stufe Chlamydien, Gonorrhoe, Trichomonaden und Mycoplasma genitalium über Erststrahlurin, plus HIV, Syphilis, Hepatitis B und C über Blut, plus Pilz-, Mykoplasmen- und Ureaplasmen-Kultur im Ultimate-Paket [7]. Eine vollständige Übersicht steht auf der Paketseite.

Anonymität bis zur letzten Konsequenz: noquestionsasked erfasst im Bestellprozess keine Personendaten. Du bekommst nur eine Bestellbestätigung mit QR-Code. Im Partnerlabor zeigst du den QR-Code vor und kannst einen Namen angeben, der nicht gegen einen Ausweis geprüft wird. Wer als "Mickey Mouse" testen will, kann das tun.

Was noquestionsasked nicht standardmäßig anbietet: pharyngeale (im Rachenraum) und anorektale (im Analbereich) Abstriche. Wer diese braucht, fragt im Bestellprozess gezielt nach oder geht für diesen Aspekt zu einer Spezialambulanz.

Wann zahlt die Krankenkasse, wann nicht?

Die kurze Faustregel: bei Symptomen oder klar dokumentierter Indikation ja, bei Routinescreening ohne Beschwerden meistens nicht. Die österreichische Sozialversicherung übernimmt STI-Tests, wenn die behandelnde Ärzt:in eine medizinische Notwendigkeit begründet. Das gilt klar für:

  • akute Beschwerden (Brennen, Ausfluss, Schmerzen, Geschwüre)

  • bekannten Risikokontakt zu einer positiv getesteten Person

  • Kontrolltests im Rahmen einer Therapie

  • STI-Kontrollen unter PrEP (alle drei Monate)

Was die Kasse meistens nicht zahlt:

  • asymptomatisches Routine-Screening (Chlamydien, Gonorrhoe, Mycoplasma genitalium ohne Symptome)

  • breite Panels auf eigenen Wunsch

  • Tests nach Urlaubs- oder Beziehungssituationen ohne dokumentierte Indikation [1,4]

Wer in Grauzonen kommt, zahlt entweder selbst bei der Hausärzt:in oder geht direkt zu einem Privatlabor oder zu noquestionsasked. Dort entfällt die Indikationsdiskussion.

Was kostet welcher Erreger einzeln?

Wer nur einen Erreger einzeln testen will, zahlt im Privatlabor und beim Hausärzt:in-Privattarif etwa diese Bandbreiten (Stand Mai 2026):

  • HIV (Labortest 4. Generation): 30 bis 60 Euro

  • Syphilis-Serologie: 25 bis 45 Euro

  • Chlamydien-PCR (Urin oder Abstrich): 40 bis 70 Euro

  • Gonorrhoe-PCR: 40 bis 70 Euro

  • Mycoplasma genitalium PCR: 50 bis 90 Euro

  • Hepatitis B (HBsAg, Anti-HBc): 30 bis 60 Euro

  • Hepatitis C (Anti-HCV): 30 bis 60 Euro

Pakete sind deutlich günstiger pro Erreger als Einzelbestellungen. Wer drei oder mehr Erreger testen will, fährt mit einem Standardpaket besser. Mehr Hintergrund zur Erregerlage im Artikel STI ohne Symptome.

Wann lohnt sich welcher Weg?

  • HIV allein, anonym, kostenlos:

    HIV-Labortest bei der Aidshilfe Wien (Befund nach 1 Woche im Befundgespräch).

  • HIV-Schnelltest mit Sofort-Ergebnis:

    Aidshilfe Wien, 30 Euro, Befund nach 30 Minuten.

  • Symptome, Behandlungsbedarf, Kasse abrechnen:

    Hausärzt:in oder Fachärzt:in mit E-Card (Termin oft mit Tage- oder Wochen-Wartezeit).

  • PrEP-Kontrollen alle drei Monate:

    Kassenleistung bei der Hausärzt:in oder in der PrEP-Ambulanz.

  • Breites Panel ohne Symptome, ohne Arzttermin, ohne Eintrag in die Krankenakte:

    noquestionsasked oder ein Privatlabor mit Direktbuchung.

  • Akute HIV-Risikoexposition in den letzten 72 Stunden:

    sofort in eine HIV-Ambulanz für PEP, nicht zum Standardtest.

Diese Empfehlungen sind nach Anlass sortiert, nicht nach Preis. Der billigste Weg ist nicht immer der schlauste.

Was kostet das in Deutschland?

Für Leser:innen aus Deutschland: die Lage ist strukturell ähnlich, die Anbieter heißen anders. Aidshilfe-Beratungsstellen bieten in vielen Städten kostenlose oder günstige Tests. Checkpoint-Einrichtungen in Berlin und München arbeiten mit gestaffelten Preisen von 30 bis 250 Euro je nach Panel [8]. Gesundheitsämter testen HIV teils gratis, breite Panels über Selbstkosten. Privatlabors wie SamHealth oder ähnliche Anbieter liegen im Bereich von 90 bis 280 Euro [9].

Eine deutsche Ausrollung von noquestionsasked ist für Ende 2026 geplant. Bis dahin verlinken wir hier auf die etablierten Anlaufstellen.

Häufige Fragen

Was kostet ein STI-Test in Österreich? Zwischen 0 Euro (HIV-Labortest bei der Aidshilfe oder Kassenärzt:in mit Indikation) und über 250 Euro (vollständiges Privatlabor-Panel). noquestionsasked liegt bei 95 bis 180 Euro je nach Paket.

Wird ein Chlamydien-Test von der Krankenkasse bezahlt? Bei Symptomen oder bekanntem Risikokontakt ja. Routine-Screening bei Beschwerdefreien ist in Österreich keine standardmäßige Kassenleistung. Wer ohne Symptome testen will, zahlt entweder selbst oder geht zu einem Direktanbieter.

Was kostet ein HIV-Test? Der HIV-Labortest bei der Aidshilfe Wien ist gratis und anonym, der HIV-Schnelltest dort kostet 30 Euro, ein PCR-Test 70 Euro. Im Privatlabor liegt eine HIV-Einzelbestimmung bei 30 bis 60 Euro, in einem kombinierten STI-Paket entsprechend günstiger pro Test. Apotheken-Selbsttests gibt es ab rund 15 Euro, sind aber für eine belastbare Aussage erst nach zwölf Wochen geeignet.

Ist ein Apotheken-Selbsttest günstig genug, um damit Geld zu sparen? Nur bedingt. Der Preis ist niedrig, die Aussagekraft auch. Für eine ernst zu nehmende Entscheidung zu Therapie oder Partner:innen-Kommunikation ist ein akkreditierter Labortest sinnvoller. Wer nur eine grobe Orientierung will, kann mit dem Selbsttest starten und im Bedarfsfall ins Labor nachsteuern.

Kann ich anonym testen, ohne dass etwas in meiner Krankenakte landet? Ja. Aidshilfe-HIV-Tests laufen ohne E-Card und ohne Krankenakte. Privatlabore mit Direktbuchung laufen über Privatabrechnung, ohne Kasseneintrag. Bei noquestionsasked kannst du sogar unter einem frei gewählten Namen testen, weil das Partnerlabor den Namen nicht gegen einen Ausweis prüft. Anonymität bei Aidshilfe maximal, bei noquestionsasked hoch, bei klassischen Privatlaboren mittel.

Fazit

Ein STI-Test ist eine Investition, kein Konsumartikel. Wer den günstigsten Weg nimmt, ohne zu prüfen ob er das Richtige abdeckt, zahlt im Zweifel zweimal. Wer den teuersten nimmt, ohne den eigenen Anlass zu klären, zahlt zu viel.

Du weißt was du brauchst und willst direkt buchen: STI-Test bei noquestionsasked auswählen, drei Pakete von 95 bis 180 Euro.

Du willst die lokalen Wiener Wege im Detail vergleichen: STI-Test in Wien, alle Wege.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei konkreten Beschwerden oder Fragen zur Therapie wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.

Verwandte Artikel

Quellenliste

[1] Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. Leistungen der Sozialversicherung, sexuell übertragbare Infektionen. sozialversicherung.at, abgerufen Mai 2026.

[2] Apothekerkammer Österreich. Diagnostikprodukte im Selbsttestsegment. Stichprobe Endverbraucherpreise Mai 2026 in österreichischen Apotheken und Drogeriemärkten.

[3] Aidshilfe Wien. Testangebot, Preise und Beratungsleistungen. aids.at, abgerufen Mai 2026.

[4] Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Sexuell übertragbare Infektionen, Kassenabdeckung und Empfehlungen. sozialministerium.gv.at, abgerufen Mai 2026.

[5] Privatlabors in Wien (Labor Mustafa, IMED Labor und weitere). Preislisten für Direktbuchung von STI-Panels. Stand Mai 2026, jeweilige Anbieterseiten.

[6] Workowski KA, Bachmann LH, Chan PA, et al. Sexually Transmitted Infections Treatment Guidelines, 2021. MMWR Recomm Rep. 2021;70(4):1 bis 187. doi:10.15585/mmwr.rr7004a1

[7] noquestionsasked. Testpakete Basic, Smart, Ultimate, Methodenübersicht. noquestionsasked.at, Stand Mai 2026.

[8] Checkpoint Berlin und Checkpoint München. Preislisten für HIV- und STI-Tests. checkpoint-bln.de und checkpoint-muenchen.de, abgerufen Mai 2026.

[9] SamHealth und weitere deutsche Privatlabors mit STI-Direktbuchung. Preislisten Mai 2026.

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